Müll in Afrika -A Never Ending Story

Wie in den meisten afrikanischen Ländern ist die Müllbeseitigung ein echtes Problem. Vor knapp 2 Jahren, schrieb ich in einem Artikel, dass der damalige Präsident innerhalb einer Woche beschlossen hatte, alle Plastiktüten aus dem Land zu verbannen. Ich war angenehm überrascht wie problemlos und nachhaltig das funktioniert hat. Seitdem gibt es nur Stofftüten. Das ist auch gut so, denn weniger gebildete Leute verbrennen alles, ob Plastik, Autoreifen (manchmal auch ganze Stapel) oder anderes Verpackungsmaterial vor ihrer Haustür und verursachen Höllenqualen für Asthma-Patienten, von denen es hier überdurchschnittlich viele gibt. Die Luftverschmutzung durch nicht vorhandene Katalysatoren und einer Mehrheit von Autos, die weit über 20 Jahre alt sind, ist enorm. Hier wäre ein Training für Umweltbewusstsein von Nöten.

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Ganz besonders hat es immer die Kinder des SOS-Kinderdorfes betroffen. Der einzige Müllplatz des Landes ist genau gegenüber des Kinderdorfes. Der Müll auf dem Platz, der gut mehrere Fußballfelder groß ist, wurde ständig angezündet.

Der Qualm von verbranntem Plastik  von Flaschen und anderem Verpackungsmaterial verätzt langsam die Atemorgane der Kinder und Anwohner.

Vor etwa 4 Wochen nun wurde der Platz geschlossen. Leider ohne Alternative. Wir merkten es daran, dass von einer Woche auf die andere keine Müllabfuhr mehr kam. Dort angerufen wurde uns erklärt, dass sie nicht mehr kommen können, weil sie nicht wissen wohin mit dem Müll. Interessanterweise kommen die Esel-Männer immer noch Müll abholen. Wer weiß, wo sie den hinbringen.

Seitdem das passiert ist, sind wir Profis in Sachen Mülltrennung geworden. Organischer Müll kommt in den Kompost, alles brennbare wird einmal in der Woche im Garten verbrannt und nur der Restmüll wird zunächst gelagert bis ein Eselmann vorbei kommt.

Traurig genug, aber für viele besonders Kinder war die Müllhalde ihr Einkommen. Leere Plastikflaschen wurden ausgewaschen und an die Marktfrauen verkauft. Auch noch brauchbare Schuhe und andere Sachen wurde gesammelt und verkauft. Das ist nun vorbei, auf dem Platz sind jetzt große Bagger, die den Platz umgraben.

Nicht schön die ganze Situation, aber mal wieder sehr lehrreich. In Deutschland ist für mich die Mülltrennung immer irgendwie abstrakt, da kein Mensch weiß, was eigentlich damit gemacht wird. Böse Zungen behaupten sogar, dass am Ende wieder alles zusammen geworfen wird. Wir erleben jetzt echte Mülltrennung in Aktion. Bei unserem 7-Personen-Haushalt haben wir in 4 Wochen jetzt eine große Mülltüte mit Restmüll. Ich finde das geht. In Berlin bekomme ich eine große Tüte alleine in 2 Wochen voll.

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Und wieder über den Tellerrand geschaut und was dazu gelernt. Das macht das Leben so spannend für mich.

Der Verein Projekthouse Lightening Gambia kümmert sich liebevoll um die Müllbeseitigung in Gambia. Selbstverständlich können sie nicht die Aufgabe der Regierung übernehmen, aber ihre Hilfe ist sehr willkommen.

Hier könnt ihr mehr über das tolle Projekt lesen.

http://www.dbo-online.org/muellprojekt.html

P.S. gerade kam unsere Müllabfuhr wieder und sagte, sie haben einen neuen Platz nahe der Hauptstadt. Gott sei’s gedankt. Dennoch den Gedanken der Umwelttrainings sollten wir nicht vergessen.

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