Rückblick.

Rückblick. Der kommt gleich, doch vorab erst ein kleines Schmankerl aus Gambia, wie es leibt und lebt. Eindrücke von unserem Flug nach Gambia: Irgendwie hatte ich den Eindruck, dass es immer lauter wurde, je südlicher wir kamen. Im Flugzeug nach Brüssel, war es noch sehr ruhig. Dann am Flughafen suchten wir uns ein ruhiges Plätzchen mit Blick auf unser Gate. Da der Schlaf in der Nacht doch recht wenig war, dösten wir so vor uns hin, bis sich die Sitzreihen um uns herum mit Afrikanern füllten. Ich bin bis jetzt noch nicht dahinter gekommen, warum sich zwei Personen, die direkt nebeneinander sitzen, sich so laut anschreien müssen. Nun ja, vielleicht gibt mir ja mal einer den entscheidenen Tip. Auf dem Flug nach Dakar/Banjul stieg der Geräuschpegel dann noch einmal an. Schon alleine weil zwei Kleinstkinder in unserer unmittelbaren Nähe waren.

Endlich aus dem Flugzeug, empfing uns dann eine Wand aus schwül-feucht-warmer-klebriger Luft. Ich hatte schon damit gerechnet, daher war die Überraschung nicht ganz so groß. Bei der Gepäckausgabe dann wieder Routine. Je weißer die Hautfarbe, desto größer die Chance, mit einem Kreide F (für Food haha) auf den Koffern im Zollbüro zu landen und ohne die Koffer aufzumachen, zahlen zu müssen. Darauf hatte ich aber so gar keine Lust, daher griff ich zu einer Methode, die ich so noch nie ausprobiert hatte. Ich zückte meine Visitenkarte von unserem NGO. Und siehe da. Plötzlich ging es auch ohne. Dann stand auch noch wie aus dem Nichts mein Mann vor mir, der als Nichtpassagier eigentlich gar nicht in den Gepäckbereich durfte. Von da an ging dann alles ganz leicht, und wir verließen schnellstens den Flughafen.

Auf dem Weg nach Hause ging es dann weiter im gambianischen Stil. Bei der Ausfahrt muss man 20 Dalasi für den Parkplatz zahlen. Unser Fahrer drückte dem Kassierer 15 Dalasi in die Hand und sagte: “Die anderen 5 bekommst du nächstes Mal”. Aha. Noch etwas weiter blieb er dann abrupt stehen, um Heilpflanzen am Wegesrand zu pflücken. Zwei Geisterfahrer später, die das Überholen im Stau auf einer zweispurigen Strasse nicht lassen konnten, kamen wir dann endlich zu Hause an.

Doch nun der Rückblick. Es war fantastisch, gigantisch, wunderbar mehr Superlative fallen mir gerade nicht ein, für die viele Liebe, das Vertrauen und das Mitgefühl, das uns entgegen gebracht wurde. So viele Hilfsangebote, Sach- und Geldspenden haben wir noch nie in so kurzer Zeit bekommen. Gott sei es gedankt. Es gibt einen bebilderten Vortrag, den ich mehrere Male gehalten habe. Leider ist die Datei sehr groß und ich habe noch keinen Weg gefunden, sie ins Netz zu stellen.

In Zahlen hat diese Reise uns 14 Kurban (Schlachthammel für das Opferfest am 1. oder 2. September), jede Menge Barspenden und 8 neue Sponsoren für unser Reisprojekt gebracht. Leider haben noch nicht alle überwiesen, daher könnte die Zahl 8 noch wackeln, aber überwältigend war die ganze Aktion dennoch. Wir danken den Spendern von Herzen. Sachspenden wie Kleidung und Medikamente und vor allem Inhalatoren haben wir in 11 große und 6 kleine Kartons gepackt plus Rollstühle, Rollatoren und Krücken. In der letzen Woche gab es dann noch einen Kühlschrank für Nyima Jammeh (vielleicht erinnert ihr euch), Gott sei es gedankt, dass alles so wunderbar geklappt hat.

Selbst jetzt, zurück in Gambia geht die Hilfsbereitschaft weiter. Ich bekomme mails und messages für die Witwen, so Gott will werden wir noch mehr Witwen versorgen können. Eine Frage, die immer wieder kommt: Habt ihr noch eine Witwe?

Antwort: Wir versorgen jetzt 150 Familien, von denen knapp die Hälfte Witwen mit Kindern sind. Es ist also noch genug Potential da. Wenn alle, die sich für eine Witwe interessiert haben, auch zusagen, werden wir ab September 30 Witwen versorgen können. Darüber sind wir sehr glücklich.

Eine andere Frage, die immer wieder kommt, „kann ich noch für ein Opferschaf zahlen?“ Ja, ihr könnt. Es wäre zwar einfacher gewesen, wenn ich das Geld gleich hätte mitnehmen können, aber wir managen es.

Noch ein Frage, die mich in den letzten Tagen oft erreicht: Wo können wir Spenden abgeben? Für alle Berliner: Abgeben leider nicht, aber Ende des Monats verlässt wieder ein Container Berlin Richtung Gambia. In diesem Container sind schon die oben genannten Spenden. Der Transport dieser Sachen hat mich eine Stange Geld gekostet, verständlich, denn der Containermann muss ja auch den ganzen Container bezahlen. Wer also etwas spenden möchte, kann alles in einen Karton packen und den Karton wie folgt beschriften:

  • Help the poor and the needy
  • NGO Office Bakau
  • TEL 9181947 / 9181946

Dann John anrufen, und er holt ihn ab. Johns Telefonnummer könnt ihr bei mir erfragen (mail@helpthepoor.de) Für einen Umzugskarton nimmt er 30€. Normalerweise bezahle ich das, aber nach der letzten Spendensammung bin ich erstmal pleite, wenn ihr es nicht bezahlen könnt, dann wartet bitte, bis ich wieder zu Geld gekommen bin.

Unsere Zeit in Berlin war sehr segensreich. Alhamdulillah. Ich danke allen, die uns so tatkräftig unterstützt haben.

Ein Gedanke zu „Rückblick.“

  1. Salam alaykum
    Schön, das Ihr doch endlich angekommen seid ! Das ist uns auch so ergangen, es wurde mit der Zeit immer lauter.das ist die Mentalität ! Haha
    Ich freue mich auch darüber, das alles so gut funktioniert hatte!
    Vor Allem, viele Spenden !
    Danke fuer den ausführlichen Beitrag.
    Allah moege Euch beschützen, in sha Allah sehen wir uns in Berlin oder Gambia.
    LG Salyha und Anhang

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