Fleisch für‘s Fest – Ramadan 2019

Fleisch für’s Fest

Am Tag vor dem Fest war es dann endlich soweit. Die Bullen sollten geschlachtet werden. Die Schlachter waren für 7 Uhr morgens bestellt. Das fand ich gut, denn dann ist die Sonne schon aufgegangen, und ich kann meine Fotos machen. Doch dann passierte etwas, dass in meiner Karriere hier noch nie dagewesen ist. Statt der üblichen 2 Stunden Verspätung, riefen sie um 5 Uhr morgens an, dass sie jetzt auf dem Weg seien. Ich verstand die Welt nicht mehr. Sie kamen noch vor dem Fajr Gebet um 5.30 Uhr an, beteten erst einmal und machten sich dann an die Arbeit. Im Stockdunklen nur assistiert von 2 Taschenlampen. Daher sind die Fotos vom Schlachten nicht wirklich verwertbar.

Gegen 7 Uhr kamen die ersten Helfer und sammelten das geteilte Fleisch zusammen. Auf einer Malerfolie wurde alles ausgebreitet und abgewogen, jede Familie sollte 1,5 Kg bekommen.

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Die Helfer packten, wogen und verteilten alles in Tüten. Die von Deutschland mitgebrachten Tüten waren schnell verbraucht, und es musste Nachschub her.

Auch meine Büromitarbeiter kamen und riefen alle Empfänger an, die wir am Vortag aus der Liste selektiert hatten. Sie telefonierten zu dritt ca. 3 Stunden bis alle informiert waren.

Am Ende waren es 307 Portionen Fleisch. Eine große Freude für alle Beteiligten. Die bereitgestellten Eimer reichten kaum aus, die Fleischmengen aufzunehmen.

Auf dem Weg ins Büro kamen wir dann ausgerechnet in eine Polizeikontrolle, weil unsere Versicherung abgelaufen ist. Die Versicherungsplakette, auf der rechten Seite der Windschutzscheibe, hat jedes Jahr eine andere Farbe, so ist es offentsichtlich, dass unsere noch von 2018 ist. Der Polizist bat uns rechts ran zu fahren. Wir erklärten ihm dann, dass wir von einem NGO sind, Charity an die Armen verteilen, und dass wir es eilig haben, weil schon Viele vor dem Büro warten. Er fragte dann nach dem Namen des NGO’s: „Help the poor and the needy NGO“,  so ließ er uns sofort weiterfahren.

Vor dem Büro angekommen, warteten schon wieder viele Leute auf uns. Als ich aus dem Auto stieg, umarmten mich erst einmal 5 Frauen ganz heftig. So süß.

Im Büro haben wir dann alles vorbereitet. Leider konnten wir nicht allen Fleisch geben, und es standen wieder viele vor dem Büro, die nicht angerufen wurden.

Wir ließen die Mitglieder dann in 5-Gruppen herein und übergaben ihnen das Fleisch und den Zakat-ul-Fitr-Reis. Nach dem Empfang der Lebensmittel quittierten sie es  mit Fingerabruck.

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Und wieder gabe es viele Menschen  vor der Tür, die auch gern etwas gehabt hätten. Aber bei uns ging es streng nach Liste, denn von denen wissen wir, dass die bedürftig sind, und wie ihre Lebenssituation ist.

Wie immer kamen nur wenige mit Tüten. Was auch immer geht, wird auf dem Kopf getragen. Und bei genauerem Hinsehen, ist es bestimmt auch nicht die unbequemste Art, bestimmte Dinge zu transportieren.

Und immer wieder die schönen bunten Farben, und der Wunsch fotografiert zu werden. Dem komme ich doch gerne nach.

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