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Registration closed! – Mission impossible

Nach der Verteilung der Iftar-Pakete setzte ein Run auf die Anmeldung bei unserem Verein ein. Ich konnte es noch etwas abmildern, indem ich meine Mitarbeiter davon überzeugen konnte, erst ein Interview zu machen, um herauszufinden, ob sie wirklich bedürftig sind. Gesagt, getan, und dennoch waren es mehr als 40 Neuanmeldungen. Alle waren völlig erschöpft, doch nun begann die eigentliche Arbeit.

Das Anmeldeformular ausfüllen, Digitalfoto machen, Passfotos organisieren, die Anmeldung in die entsprechende Liste übertragen (Reis-Projekt, Medizinischer Support, Witwe, Waise etc. ) Dann alles in unser Projektmanagement-Programm übernehmen, Prioritäten festlegen und dann so langsam publizieren. Zwischendurch kam ich mir vor wie ein Beamter, der hinter seinen Aktenbergen versinkt.

Dann kam die Idee draußen ein Schild anzubringen, dass die Aufnahme neuer Mitglieder bis nächsten Monat gestoppt wird. „Registration closed“

Alle waren glücklich und zufrieden mit der Lösung. Doch wir hatten die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Dass nicht alle das Schild lesen können, das war uns klar, aber dass bereits eingetragene Mitglieder dann Bedürftige von weit weg zu uns brachten, die noch nicht einmal das Fahrgeld hatten, um wieder zurück zu fahren. Außerdem zum Teil so herzergreifende Fälle, dass wir einfach nicht wegsehen konnten. Und so kamen sie immer weiter Tag für Tag. Hier mal zwei Fälle aus unserem Alltag.

Die Frau oben auf dem Bild ist fast taub und ihr Mann und alle Kinder sind komplett taub. Ganz schwierig für die Familie, denn wie sollen sie arbeiten gehen und die Kinder in die Schule. Es gibt hier eine Schule für Gehörlose, die sie sich natürlich nicht leisten können. Wir prüfen gerade, ob wir da etwas machen können. Aber ihr seht, was da an jeder Anmeldung immer noch für ein Rattenschwanz dranhängt.

Der Mann auf dem Bild ist auch sehr schwerhörig, aber das ist nicht sein Problem. Er ist ein Donkey-Man. Das heißt er holt den Müll von den Leute mit seinem Esel ab. Jetzt ist sein Esel aber so stark verwundet, dass er nicht mehr arbeiten kann. So wie ich verstanden habe, hat er den Esel jetzt zu einem Tierdoktor in eine andere Stadt gebracht, aber nun kann er nicht arbeiten und die Familie hat nichts zu essen.

Das sind Probleme!

Aber solche Leute kann man ja nun nicht wieder wegschicken, und das waren aber nur zwei derer, die nach dem Ansturm der 40 noch in unser Büro gekommen sind. Zur Zeit sind es täglich etwa drei.

Fazit: Ein Anmelde-Stopp in einem NGO, der sich um die Ärmsten der Nation kümmert, ist eine „Mission impossible“.

Wieder was dazugelernt! 😉

Tage, die es in sich hatten

Allen Muslimen wünschen wir ein gesegnetes Opferfest. Möge Allah unsere Gebete annehmen und uns noch viele weitere Opferfeste feiern lassen.

Rückblick

Seit dem letzten Blogeintrag vor genau einem Monat ist viel passiert. Damit ihr einen kleinen Eindruck bekommt, wie wir arbeiten, werde ich euch jetzt schildern, was ich seit dem letzten Blog so getrieben habe. Leider ist der Artikel schon wieder etwas lang geworden. Ich gelobe Besserung und schreibe lieber mehrere kleine.

Kleiderkammer

In Erwartung der vielen Abayas haben wir schnell noch die verbleibende Gebrauchtkleidung auf Bügel gehängt und in unserem Backoffice eine Kleiderkammer eingerichtet. In der Hoffnung, dass die ganze Kleidung ausgegeben ist, bis die Abayas kommen. Dann sind hoffentlich die Bügel wieder frei und wir können unsere Kleiderkammer mit den langen Kleidern präsentieren.

Reisausgabe

Ein paar Tage später war dann auch schon die Reisausgabe für die Witwen. 36 Witwen bekommen derzeit einen monatlichen Sack Reis zur Unterstützung. Aber durch diverse Todesfälle in den letzten Tagen bräuchten wir dringend noch mehr Sponsoren für weitere Witwen. Von den 178 Familien, die derzeit bei uns registriert sind, sind etwa die Hälfte Witwen. Witwen sind in Gambia die Ärmsten der Armen.

Kurz nach der Reisausgabe kam dann eine neue Witwe, Mama Sanneh, zu uns ins Büro. Sie hat vor Kurzem ihre über 100-Jährige Schwiegermutter verloren und kurz danach ihren Mann. Jetzt steht sie mit den drei kleinen Töchtern alleine da und versucht die kleine Familie als Wäscherin über Wasser zu halten. Sie bekam auch einen einmaligen extra Sack Reis. Ihre Lebensbedingungen sind so traurig, dass wir uns auch für sie einen neuen Sponsor wünschen. Ich komme nach Berlin mit einigen neuen Witwen im Gepäck (sinnbildlich) vielleicht möchte ja noch jemand eine übernehmen.

Starkregen hat Dächer demoliert

Komischerweise regnet es freitags hier immer am heftigsten. So auch an einem Freitag Anfang Juli. Die Nähschule, unser Privathaus und viele andere Gebäude hatten Wasserschäden. Glücklicherweise haben wir jemanden, der sich um das alles kümmert. Ich alleine wäre damit wohl etwas überfordert gewesen.

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Opfern für die Seele

In vielen Religionen gibt es das Darbringen eines Opfers. In den monotheistischen Religionen ist es meist ein Tieropfer.

Wie schon im Alten Testament offenbart, war Ibrahim (Abraham) auf Befehl Gottes bereit, seinen Sohn zu opfern, so tief war sein Glaube. Die Muslime gedenken dieser Situation an ihrem Eid-ul-Adha, dem Opferfest.

Doch auch heutzutage gibt es viele Gelegenheiten, zu denen praktizierende Gläubige Tiere (meist Hammel) opfern. Sei es für ein neugeborenes Baby, oder sei es für die Erfüllung eines Bittgebetes. Für viele Gläubige ist dieses Ritual ein wichtiger Bestandteil ihrer Religion und eine Win-Win-Situation für die Beteiligten. Die Spender erfüllen ein Opfer und die arme Bevölkerung hat an diesem Tag eine Fleischmahlzeit, das sonst nur zu den Festen vorkommt (wenn überhaupt). Auch wir freuen uns jedes Mal über die spirituelle Atmosphäre. Ein Imam kommt. Er oder mein Mann liest ein Bittgebet für die Familie, das Fleisch wird in kleine Portionen geteilt und dann an die ärmsten im Ort verteilt.

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Ein Leben ohne Strom

Alle, die schon länger diesem Blog folgen, mögen es vielleicht nicht mehr hören. Doch in der heutigen Zeit der Technologie ist ein Leben fast ohne Strom schwierig. Wie schwierig wollte ich euch heute mal etwas näher erklären, damit ihr so in etwa eine Vorstellung habt, unter welchen Bedingungen ich versuche in Kontakt mit euch zu bleiben.

Bei derzeit maximal 6 von 24 Stunden Strom am Tag (morgens 3 und abends 3) nachts oft nicht, und da würde ich den Ventilator so sehr brauchen. In unserem Haus haben wir jetzt in der Regenzeit nachts 31 Grad Celsius mit 80% Luftfeuchtigkeit. Ich brauche euch sicher nicht zu erzählen in welchem Zustand man morgens aufwacht.

Wäsche waschen mit der Waschmaschine nimmt auch komische Formen an, wenn du plötzlich um 23 Uhr anfängst, weil dann gerade der Strom angegangen ist. Glücklicherweise haben wir ja unsere Batterie-Glühbirnen, so haben wir wenigstens Licht. Obwohl vor etwa einem Monat der Strom mal mit solcher Wucht zurückgekommen ist, dass einige Birnen explodiert sind und zwei Ventilatoren durchgeschmort. Später kam dann noch ein Elektriker, der alle Steckdosen ausgewechselt hat, weil sie alle Schaden genommen haben.

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Studieren in Gambia

Für alle Eltern ist es immer etwas Besonderes, wenn das eigene Kind an einer Universität aufgenommen wird. Bisher habe ich das immer nur bei anderen beobachten können, nun dürfen wir es selbst erleben. Einige administrative Notwendigkeiten habe ich durch unsere gesponserten Studenten ja auch schon kennenlernen dürfen, doch nun heißt es für meine Töchter „Rein in den Papierkram und Hacken ablaufen“.

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Fanta macht IT

Ihr erinnert euch? Das ist Fanta. Vor etwa einem Jahr haben wir in einer vierstündigen Blitzaktion 300€ für ihr letztes Schuljahr gesammelt. Mit dem Geld, das darüber hinaus gezahlt wurde, konnten wir ihrer alleinerziehenden Mutter noch ein StartUp geben und den Rest haben wir in einen Ausbildungsfonds für Studenten gesteckt. Nach dem sie nun ihre Schule mit einem durchschnittlichen Zeugnis abgeschlossen hat, haben wir auch ihr einen IT-Kurs finanziert. Wohin es mit ihr dann weitergeht, weiß sie noch nicht. Das hängt natürlich auch wieder von der Finanzierung ab. Wir hatten mal die Idee, sogenannte Talentcoachings anzubieten, doch was nützt dir das Wissen zu was du Talent hast, wenn du dann hinterher nicht die Möglichkeit hast, es auch umzusetzen.

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Unsere Studenten

Dank großartiger Hilfe können wir einigen Studenten helfen, etwas aus ihrem Leben zu machen und sie von dem Gedanken abhalten, backway durch die Wüste nach Libyen zu gehen. Leider ist Bildung immer noch sehr teuer in Gambia. Daher brauchen wir weiterhin eure Hilfe. Im Folgenden werde ich euch jetzt 4 Studenten und ihre Ausbildungswünsche vorstellen.

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Ich will helfen, habe aber kein Geld

Immer wieder erhalte ich emails oder Whatsapp Nachrichten, in denen die Begeisterung für unsere Projekte ausgesprochen wird, und dann kommt oft noch ein Nachsatz „Ich würde euch so gerne helfen, aber ich habe kein Geld“. 

DAS MACHT NICHTS. Es gibt so viele Möglichkeiten, wie ihr helfen könnt.

Ich schreibe jetzt ein 10-Punkte-Programm, mit dem ihr Möglichkeiten zu helfen habt. Es sind nur Vorschläge, jeder sucht sich einfach das heraus, was ihm möglich ist. 

1. Bittgebete sind immer willkommen. Gebete sind so ein starkes Mittel Gutes herbeizuführen. Also scheut euch nicht, alle Armen und Bedürftigen in euere Gebete mit aufzunehmen. 

2. Wenn du dieses liest, sitzt du entweder vor einem Handy, Tablet oder Computer. Naturgemäß wirst du dann auch hin und wieder eine Suchmaschine benutzen. 
Warum nicht statt Google mal benefind. Benefind funktioniert genauso wie Google, spendet aber einer Organisation deiner Wahl für jede zweite Suchanfragen einen Cent. Bis jetzt haben wir schon knapp 100€ gesammelt, das sind immerhin 20.000 Suchanfragen. Auch du kannst dabei sein. 

Einfach die Seite aufrufen „benefind.de“ bei Auswahl ändern „Help the poor and the needy e.V.“eingeben, bestätigen und lossuchen. Dann einfach die Seite auf dem Hauptbildschirm abspeichern und künftig als Browser benutzen, so spendet ihr Geld ohne es zu merken. 

3. Lest euch einfach mal unsere Homepage durch http://www.helpthepoor.de. Dann wisst ihr was wir machen und habt einen guten Überblick. 

4. Noch mehr Details gibt es auf unserem Blog http://www.empathymitgefuehl.wordpress.de, den du gerade vor dir hast. Hier dokumentiere ich mittlerweile seit 2014 die Arbeit unseres Verein und wie spannend es ist über den Tellerrand Europa hinauszuschauen. 

5. Auch auf Twitter sind wir unter dem Namen helpthepoor.de zu finden. Eine Auswahl der Posts findest du auch auf der Startseite dieses Blogs. Beim Handy bitte nach unten scrollen.

6. Selbstverständlich hat der Verein auch eine fb-Seite. Auch hier werden immer die aktuellen Projekte vorgestellt. Derzeit haben wir 431 Follower (Stand 4.1.17), ein Traum wären ja 500 Likes. Meint ihr wir bekommen das hin?

7. u. 8. Auf WhatsApp und Telegram gibt es mittlerweile sehr aktive Gruppen mit regem Gedankenaustausch und zusätzlich die Broadcasting Funktion bei WhatsApp und einen Kanal bei Telegram, auf dem ausschließlich Informationen versendet werden, ohne Austausch mit anderen. Wer in die Gruppen möchte, bitte kurze email an mich, für den Broadcast auf Whatsapp sendet mir bitte eure Telefonnummer mit Namen an unsere mailadresse, für den Kanal auf Telegram gibt es folgenden Link: 

https://telegram.me/Helpthepoor

9. Bei Instagram unter dem Namen helpthepoor.de findet ihr immer wieder aktuelle Fotos mit Kurzbeschreibungen. 

10. WEITERLEITEN WEITERLEITEN WEITERLEITEN. Alle diese Hinweise dienen dazu den Leser auf den neusten Stand der Projekt zu halten. Eure Hilfe für uns wäre, dass ihr weiterleitet, was ihr gut findet. Ist das ok für euch?

Und falls ihr dann doch mal ein paar Euro übrig hättet, könntet ihr euch zum Beispiel an folgenden Projekten beteiligen.

Ein kleines aber feines Projekt ist unser Glühbirnenprojekt, sehr ausführlich hier auf diesem Blog beschrieben. Es geht um Glühbirnen, die eine kleine Batterie enthalten, damit das Licht nach einem Stromausfall (und den haben wir hier mehrmals täglich) nicht mehr ausgeht, sondern weiter leuchtet. Eine große Hilfe, denn die Alternative sind Kerzen (mittlerweile mussten wir schon 4 Brandopfern bei dem Wiederaufbau ihrer Häuser helfen, Glühbirnen sind definitiv billiger). Eine Glühbirne kostet 5€. Derzeit betreuen wir 140 Familien und würden so gerne jeder Familie eine Glühbirne schenken. 57 Glühbirnen haben wir schon. Geht da noch was?

Andere Projekte findet ihr auf betterplace.org. Das ist eine Crowdfunding-Seite. Hier kann jeder so viel spenden wie er möchte. Derzeit haben wir vier Projekt auf Betterplace stehen. 

Alle Projekte sind im Blog ausführlich beschrieben. Da der Verein gemeinnützig ist, können wir Spendenbescheinigungen ausstellen. Also auch interessant für Firmen. 

Wenn du Lust hast, dich irgendwie einzubringen oder Fragen und Anregungen hast, schicke mir doch eine email. Ich freue mich über jede Nachricht und bemühe mich auch sie noch am gleichen Tag zu beantworten. mail@helpthepoor.de

Danke, dass du diesen Artikel zu Ende gelesen hast. 

Noch ein Jahr und drei Monate Schule, so Gott will

imageDas ist Maimuna B. Sie geht in die 11. Klasse einer Oberschule und hat den Schwerpunkt Science gewählt. Sie ist eine der besten Schülerinnen in ihrer Klasse und hat gute Aussichten, ein sehr gutes Abitur zu machen, wenn …. ja, wenn ihre Lebensumstände besser wären.

Sie ist 24 Jahre alt. Als sie drei Jahre alt war, ist ihr Vater gestorben. Ihre Mutter ist psychisch krank und lebt auf dem Dorf. Zunächst wuchs sie bei ihrem Onkel auf, doch als er heiratete, musste sie ihn verlassen. Seitdem lebt sie bei ihrer älteren Schwester. Doch nun kann die Schwester sie nicht mehr ernähren und auch das Fahrgeld zur Schule nicht mehr bezahlen, weil sie ihre Arbeit als Gärtnerin verloren hat. Insgesamt musste Maimuna 5 Jahre in der Schule aussetzen, zum Teil, weil das Geld für die Schulgebühren fehlte, und weil sie wegen starker Rückenschmerzen nicht am Unterricht teilnehmen konnte.

Glücklicherweise ist die Schule jetzt verstaatlicht worden, so dass die Schulgebühren wegfallen, aber die Rückenschmerzen sind geblieben, und so steht sie in der Regel während der ganzen Schulzeit. Um das Fahrgeld zu sparen, schläft sie oft bei einer Freundin, bei der sich sechs Mädchen ein Bett teilen und in Schichten schlafen. Bis 2 Uhr die eine Gruppe, dann wird gewechselt. Sie würde gerne wieder bei ihrer Schwester wohnen, aber das geht finanziell nicht. Mit ihren guten Noten hat sie große Chancen ein gutes Abitur zu machen. Das braucht sie auch, denn ein Stipendium gibt es nur für diejenigen, Noch ein Jahr und drei Monate Schule, so Gott will weiterlesen

Ich will helfen, aber wie fange ich an?

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In diesem Blog geht es darum, wie ich mich selbst organisiere, und welche Vorüberlegungen ich anstellen muss.

Tip: Erinnert ihr euch noch an den Moment, als ihr einen Missstand erlebt hat, und ihr spontan das Gefühl hattet zu helfen. Haltet dieses Gefühl in euch fest, es sollte euch wie ein roter Faden durch euer Projekt begleiten, damit ihr das Ziel nie aus den Augen verliert.
„Die besten Ideen kommen mir immer, wenn ….“ Diesen Satz hat wohl jeder von uns schon einmal ausgesprochen. Nimm dir diesen Satz zu Herzen und kultiviere es. Wenn dir die besten Ideen im Bett vor dem Einschlafen kommen, legen dir einen Block neben das Bett und schreibe alles auf, was dir so einfällt. Beim Autofahren könnte ein Diktiergerät helfen oder wo auch immer, sorge dafür, dass die guten Gedanken nicht verloren gehen.

Kreativzeit

Zwischen Tür und Angel hat sich noch kein Projekt verwirklichen lassen. Viele Projekte scheitern, weil die Organisatoren den Arbeitsaufwand unterschätzt haben. Oft kommen Unwägbarkeiten auf einen zu, die man vorher nicht vermutet hatte.

Tip: Nimm dir Zeit für dein Projekt, auch schon im Vorfeld. Ich nenne diese Zeit Kreativzeit. Nimm dir diese Zeit, wenn du es ernst meinst mit dem Helfen. Und wenn es bedeutet, dass du dir mal eine Auszeit nimmst und deine gewohnte Umgebung verlässt zum Nachdenken. Soviel Selbstdisziplin muss schon sein, und Kreativzeit kann auch richtig Spaß machen. Aus gut organisierten Ideen, kann später leicht ein gutes Konzept erstellt werden.

Wer es sich leisten kann, könnte über das Wochenende in ein kleines Hotel am Wasser fahren und dort seine Gedanken sammeln. Wer in seiner Familie zu stark eingebunden ist, findet vielleicht eine Zeit am Tag, die du dafür reservierst, z.B. wenn die Kinder in der Schule sind oder du stehst eine Stunde früher auf, oder bittest einmal in der Woche um eine Auszeit. Dann geh in den Park oder in ein Café und schreibe auf, was dir wichtig erscheint, welche Aufgaben du leicht erledigen kannst, wofür du Hilfe brauchst und welche echten Herausforderungen auf euch zukommen können.

Was benötigen wir nun also für unseren Erfolg? Selbstdisziplin, Kreativität, Zeit, Gottvertrauen und Kraft.

Wecke alle Kräfte in dir!

Wenn wir von Kräften sprechen, fragen wir uns, welche Kräfte denn wohl nötig sind, unserem Ziel näher zu kommen. Wir brauchen nicht nur die körperliche Kraft, um anzupacken oder lange Teamsitzungen zu überstehen, sondern auch andere Kräfte, die für unser Vorhaben immens wichtig sind.

Die Vorstellungskraft
Wir müssen uns vorstellen können, wofür unser Engagement am Ende steht. Wir müssen unser Projekt und besonders das Ergebnis visualisieren können, möglichst in allen Einzelheiten. Wer zeichnen kann, bring es auf das Papier! Für alle anderen: druckt euch Bilder von eurem Ziel aus und hängt sie euch an euren Küchenschrank oder an den Spiegel.

Willenskraft
Überprüfe, ob dein Willen stark genug ist, das Projekt auch bis zum Ende durchzuziehen. Von nun an hat dein Projekt auf deiner Prioritätenliste einen Platz ganz oben. Bist du bereit, private Angelegenheiten im Zweifel auch mal hinten anzustellen? Nichts ist schlimmer als Termine, die immer wieder wegen privater Unzulänglichkeiten verschoben werden. So kommst du nie zum Ziel.

Glaubenskraft
Glaubst du an das, was du vorhast? Glaubst du daran, dass du es erfolgreich zu Ende führen kannst? Für gläubige Menschen: Glaubst du daran, dass Gott dir zur Seite stehen wird? Die Glaubenskraft ist enorm wichtig, um durchzuhalten. Wenn du nicht sicher bist, ob du wirklich an den Erfolg deines Projekts glaubst, schlaf noch einmal drüber.

Tatkraft
Die Tatkraft lässt dich dein Projekt anpacken. Sie gibt dir die Power etwas aufzubauen, deine Visionen in die Tat umzusetzen. Doch achte auf dich selbst, haushalte gut mit deinen Kräften, damit du auch durchhalten kannst.

Durchhaltekraft
Sie ermöglicht dir durchzuhalten, dein Projekt bis zu Ende durchzuführen. Sei dir dessen bewusst, dass du einen langen Atem brauchst und auch Rückschläge einstecken musst, die deine Arbeit unter Umständen in die Länge ziehen.

Die Begeisterungskraft
Schließlich brauchst du noch die Begeisterungskraft, denn du möchtest dein Projekt ja nicht alleine durchziehen. Du brauchst Hilfe, möglichst Hilfe, die nichts kostet. Also begeistere deine Mitmenschen von deiner Idee, bis sie genauso brennen wie du. Dann könnt ihr im Team Erstaunliches erreichen.

Wenn du der Meinung bist, du bringst alle diese Kräfte mit. Beginne damit, deine Idee zu Papier zu bringen. Kauf dir ein Notizbuch und trage dort alles ein, was dir einfällt, um den Missstand, den du gesehen hast zu beheben. Sicherlich wirst du auch mit anderen darüber sprechen. Notiere jede Internetadresse, jeden Hinweis, jede Buchempfehlung etc. Denke auch darüber nach von welcher Position aus du oder ihr handelt. Beginnt mit dem Schreiben einer Selbstdarstellung, wie das genau geht, erfährst du später im Blog.

Auch mitfühlende Hilfe kann planbar sein

Wie oft sehen wir einen Notstand und wollen helfen. Manchmal sind es dann einige Euros, die wir überweisen und so unser Gewissen erleichtern. Doch um langfristig und nachhaltig helfen zu können, bedarf es einer Planung. Wer sich mit der Planung von Projekten bisher noch nicht so anfreunden konnte, dem hilft vielleicht dieses Gedicht:

Plan
Nun endlich weiß ich, was mir fehlt,
was mich bedrückt und was mich quält.
Ich bin nicht faul, ich bin nicht krank
und fand noch nie des Lebens Rank.

Ich schaffe so wie er wie du
und finde dennoch niemals Ruh´.
Wohin ich blick´ mit Angst und Bangen
sind Dinge, die ich angefangen,

und immer wieder denk´ ich daran:
Mir fehlt ein Plan! Mir fehlt ein Plan!
Nun weiß ich endlich, was mir fehlt,
was mich bedrückt und was mich quält.

Ich mache dies und mache das,
doch ohne Ziel und ohne Maß.
Wie manches wäre schon getan,
hätt´ ich endlich nur einen Plan!

Ein Plan erleichtert unsere Arbeit, da wir so die anfallenden Arbeiten nicht aus den Augen verlieren und eventuell auch delegieren können. Ein gemeinsam erarbeiteter Plan bietet allen Beteiligten stets auf dem selben Stand zu sein. Ein Plan, ob als Poster an der Wand, im Computer oder als Papier abgeheftet, bringt Klarheit in die Entwicklung der Ideen. Pläne können für bestimmte Zeiträume, für einzelne Teil-Projekte oder für den Ablauf in einem Verein oder Großprojekt gemacht werden. Außerdem können wir unsere Zeit besser einteilen und einander zuarbeiten. So können wir die Umsetzung unserer Ideen effektiver gestalten, und um unserem Wunsch nach Anerkennung und einem messbaren Erfolg näher zu kommen, gilt es daher folgende Themen abzuarbeiten.

Wie organisiere ich mich selbst
In welchem Zeitraum wollen wir was schaffen
Wie stelle ich mich selbst und meine Organisation dar
Wie stelle ich mein Projekt in einem Konzept dar
Wie gestalte ich Öffentlichkeitsarbeit
Welche Fördermittel gibt es
Wie werte ich meine Arbeit aus

Seid ihr bereit? Im nächsten IPromot-Blog geht es dann um die Selbstorganisation.

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Auch Helfen will gelernt sein

Der eine wartet bis die Zeit sich wandelt, der andere packt jetzt kräftig an und handelt. (Dante Alighieri, 1265-1321, ital. Dichter)
Warum helfen Menschen ehrenamtlich, oder gründen Vereine oder NGOs, um einer breiteren Bevölkerungsschicht im eigenen oder einem anderen Land nachhaltig zu helfen?
Vordergründig steht hier wohl die Armut. Sei es die Bildungsarmut, wie in der westlichen Welt noch häufig anzutreffen oder ein Mangel an medizinischer Versorgung sowie die materielle Armut, das größere Problem in den sogenannten Entwicklungsländern.
In meinen 15 Jahren Erfahrungen in unserem NGO haben wir sowohl in Afrika vieles bewirkt, doch auch mit unserer „Bildungsoffensive Kiezkindern“ waren wir in Berlin-Kreuzberg eine zeitlang sehr aktiv. Die Erfahrungen, die wir hier gesammelt haben, möchte ich gerne an andere weitergeben, die genauso gerne helfen wollen.
Beschäftigen wir uns zunächst mit der Bildungsarmut. Wohl den Ländern, in denen Bildung kostenlos ist. Wie schwer fällt es vielen Eltern in anderen Ländern Schulgebühren zu bezahlen. Doch auch selbst wenn die Schule gebührenfrei ist, kann sie alleine nicht alle Kinder auffangen. Besonders die Lernunwilligen, die Ursachen hierfür liegen zumeist in der familiären Konstellation. Nun macht zwar das Jugendamt hin und wieder von seinem Recht Gebrauch, besonders gefährdete Kinder aus den Familien herauszunehmen, doch eine Garantie für ein erfolgreiches Leben ist dieser Schritt auch nicht.
So haben sich Scharen von hilfsbereiten Menschen zusammengeschlossen, um mit Nachhilfezirkeln, Sprachschulen, Sportvereinen etc. besonders Betroffene von der Straße in „geordnete“ Verhältnisse zu überführen.
Das Problem: Je nach Wirtschaftslage der Nation, gibt es dafür mehr oder weniger Unterstützung der Politik. Besonders heutzutage, wenn immer mehr Geld zum Erhalt des Euros ausgegeben werden muss, kommen Sozialprojekte oft zu kurz.
Im Angesicht dieser Misere, gibt es immer mehr Freiwillige, die Patenschaften für schulgefährdete Kinder, Großmütterdienste, Bolztraining und einiges mehr ehrenamtlich und somit kostenlos für den Bedürftigen anbieten.
Doch überschwängliches unstrukturiertes Engagement kann oft die besten Absichten in Luft auflösen. Sei es, dass die Helfer ihre Kräfte überschätzen und sich nach unvollendeter Arbeit wieder zurückziehen, oder dass unterwartete Kosten auf sie zukommen, die sie nicht tragen können und so das gut gemeinte Projekt wieder abbrechen müssen.
Projekte, die angesichts materieller Armut nicht wohlüberdacht organisiert werden, können die Betroffenen in noch größere Probleme stürzen. Zum Beispiel, dass Zusagen gemacht werden, die dann nicht eingehalten werden können, oder angedachte Projekte mangels einer guten PR-Arbeit nicht zustande kommen, oder angefangene Projekte aufgrund fehlender Nachhaltigkeit nicht zu Ende geführt werden können.
Umso wichtiger ist es daher, jedes einzelne Projekt gut zu durchdenken und zu planen. Dazu soll dieser Blog eine kleine Hilfestellung sein. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf einer möglichst kostenlosen Strategie die Idee, das Angebot bzw. das Projekt zu vermarkten. In den nächsten Beiträgen wird es mehr und mehr Hinweise geben, wie wir strukturiert und nachhaltig helfen können und unsere Projekte damit zum Erfolg führen. Zwischen den Texten, die künftig unter der Kategorie „IPromote“ laufen werden, wird es aber auch immer wieder Beobachtungen meinerseits geben, die die emotionale Seite des Helfens mit all ihren Ups and Downs aufzeigt und wie gehabt, kleine Wege des Mitgefühls öffnen.
Wer den Beiträgen folgen möchte, kann den Blog abonnieren. So werdet ihr immer über die neusten Informationen auf dem Laufenden gehalten.

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