Schlagwort-Archive: Nachhaltigkeit

„Nähen statt Lampedusa“ startet durch (mit Diashow)

Am 1. November haben wir unsere Nähschule eröffnet! Oh my God. Was haben wir gelitten, um dieses Nähschule zum Laufen zu bringen. Erst das Hin und Her mit dem Ladenlokal, dann konnten wir keine Schüler finden, weil sich unter den Jugendlichen verstärkt die Meinung breit macht „Lieber warte ich Jahre auf die Chance nach Europa zu kommen, als auch nur einen Finger krumm zu machen“.

Was haben wir alles versucht. Wir haben ein Meeting mit unseren Witwen gemacht, um ihre Söhne für das Projekt zu gewinnen, wir haben mit Lokalpolitikern gesprochen, im Bekanntenkreis herumgefragt, und gerade als wir uns an die Radiostationen wenden wollten, ging es plötzlich los mit den Anmeldungen, und auch ein männlicher Lehrer stellte sich vor. Von da an lief alles wie am Schnürchen. Da wir jetzt schon mehr als 10 Schüler haben, fahren wir sogar 2 Schichten morgens und nachmittags.

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Eine wirklich schöne Geschichte

Vor über einem Jahr baten wir euch für Yaghouba D. zu spenden. Er kam aus Guinea nach Gambia, um IT und Englisch zu lernen. Sein Onkel versprach ihm, ihn zu unterstützen. Schon nach sehr kurzer Zeit zog der Onkel sein Angebot wieder zurück und erwartete von ihm, dass Yaghouba, ihm auf seinen Baustellen half. Das hat er dann eine Weile getan, bis er als Helfer bei einer unserer Baustellen eingeteilt war. Er erzählte uns, was passiert war und bat uns um Hilfe.

Wir aktivierten unsere Sponsoren und siehe da, er konnte Englisch und IT erfolgreich abschließen. Bei seinem Onkel musste er deswegen allerdings ausziehen. So hatte er dann weder einen Platz zum

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Der Erfolg unserer Start-Up-Women

Erinnert ihr euch an unsere Start-Up-Women? Gestern war ein sehr interessanter Tag. Abgesehen davon, dass es wie aus Kübeln geregnet hat, und zwar gerade als wir im Büro ankamen. Das war etwas ungünstig, denn wir hatten alle Start-Up-Women eingeladen, um mit ihnen zu sprechen. Vor genau einem Jahr hatten wir 10 Frauen aus Spendengeldern zu einem Start-Up verholfen. Einige von ihnen wollten Dünger an die Gärtnerinnen verkaufen, andere abends kochen und das Essen au der Strasse verkaufen, eine Frau hat Batiken gelernt und wollte wieder Stoffe färben, wieder andere Fisch oder Gemüse auf dem Markt verkaufen. 

Obwohl uns das Geld zum Verschenken gegeben wurde, wollten wir die Frauen mit einem kleinen Trick zur Seriösität und Nachhaltigkeit anhalten. Wir ließen sie einen kleinen Vertrag unterzeichnen, dass sie ab dem dritten Monat nach Erhalt des Geldes es in 10 Monatsraten wieder zurückzahlen. Was sie nicht wussten, dass wir es ihnen die Raten die sie zahlen, dann wieder komplett zurückgeben, damit sie weiter Geschäfte machen können. 

Nun kommt etwas, das zu erwarten gewesen war. Vier von zehn Frauen hatten den gesamten Betrag in Raten zurück gezahlt und bekamen ihn demnach auch komplett wieder. Bei ihnen war die Freude groß. Insgesamt sah die Rückzahlungsbilanz wie folgt aus und spiegelt ein ziemlich realistisches Bild wieder, wie es um das Zahlungsverhalten unserer Klientel steht. 

  • 4 Frauen 100%
  • 1 Frau 80%
  • 1 Frau 70%
  • 1 Frau 60%
  • 1 Frau 20%
  • 2 Frauen 10%

Ein Verwanter von uns, der Islamic Banking studiert hat, riet uns einmal, Mikrokredite zu lassen, da es uns schlaflose Nächte bereiten kann. Genau das ist nun passiert, aber für uns eine wichtige Erfahrung und eine weitere Einsicht, wie bestimmte Abläufe unter der Prämisse Armut funktionieren. Wenn du nichts zu essen hast, ist eben das Letzte, an das du denkst einen Kredit zurück zu zahlen. Das heißt natürlich aber auch, dass sie anscheinend nicht gut gewirtschaftet haben, und sich aus dem Start-Up kein regelmäßiges Einkommen generieren konnten. UNICEF bietet auch Start-Ups an, aber nur unter der Voraussetzung, dass die Empfängerinnen mehrere Monate an einem Businesskurs teilnehmen müssen, bevor es Geld gibt. Vielleicht wäre das die Lösung, für mehr Nachhaltigkeit, doch das übersteigt unsere personellen Möglichkeiten. Generell können wir aber ganz zufrieden sein, dass immerhin sieben von zehn Frauen fast den gesamten Betrag erwirtschaftet haben.  

Können Handys ethisch sein?

Also ich gebe ja zu, ich habe auch gerne neue Handys. Aber machen wir uns eigentlich Gedanken wie wertvoll oder schädlich unser Kauf für die Umwelt und die Gesellschaft ist? Achten wir nicht vielmehr darauf, ob das Handy ein schönes Design hat, alle Funktionen erfüllt, die ich erwarte oder gar welches Handy meine beste Freundin hat?

Doch vielleicht könnte man ja auch den einen oder anderen Gedanken daran verschwenden, dass die Rohstoffe für die Herstellung der Handys nur begrenzt verfügbar sind.Und was ist mit den Herstellern? Macht euch doch mal den Spaß und googlet eure Lieblingshersteller. Da wird dem einen vorgeworfen, sie würden die Rohstoffen in Sklavenarbeit abbauen lassen, einem anderen, dass er gegen ein Handelsembargo verstößt, und wieder einem anderen, dass sie in Korruptionsskandale verwickelt sind. Möchten wir so etwas unterstützen? Nicht zu vergessen, aus welchen Ländern die Firmen kommen. Je nachdem wo ihr politisch steht, könnte man ja auch einmal darüber nachdenken, welches Land ich mit meinem Neukauf da eigentlich unterstütze.

Doch was, lieber Leser, ist den jetzt die nachhaltigste Lösung für dieses Problem?

Die nachhaltigste, umweltfreundlichste und politisch korrekteste Lösung wäre wohl kein Handy. Ok, wenn das nicht geht, informiert euch nicht nur über Speicherkapazitäten und Prozessoren, sondern auch über die Firmengeschichte etc. Und, jedes neue Handy erfordert neue Ressourcen. Ein gutes gebrauchtes tut es auch. Und am Ende landen die kostbaren Rohstoffe dann voraussichtlich sowieso im Müll.

Die Antwort auf die eingangs gestellte Frage lautet also ganz klar: Ja, der Kauf eines Handy ist eine höchst ethische Angelegenheit.

Auch Helfen will gelernt sein

Der eine wartet bis die Zeit sich wandelt, der andere packt jetzt kräftig an und handelt. (Dante Alighieri, 1265-1321, ital. Dichter)
Warum helfen Menschen ehrenamtlich, oder gründen Vereine oder NGOs, um einer breiteren Bevölkerungsschicht im eigenen oder einem anderen Land nachhaltig zu helfen?
Vordergründig steht hier wohl die Armut. Sei es die Bildungsarmut, wie in der westlichen Welt noch häufig anzutreffen oder ein Mangel an medizinischer Versorgung sowie die materielle Armut, das größere Problem in den sogenannten Entwicklungsländern.
In meinen 15 Jahren Erfahrungen in unserem NGO haben wir sowohl in Afrika vieles bewirkt, doch auch mit unserer „Bildungsoffensive Kiezkindern“ waren wir in Berlin-Kreuzberg eine zeitlang sehr aktiv. Die Erfahrungen, die wir hier gesammelt haben, möchte ich gerne an andere weitergeben, die genauso gerne helfen wollen.
Beschäftigen wir uns zunächst mit der Bildungsarmut. Wohl den Ländern, in denen Bildung kostenlos ist. Wie schwer fällt es vielen Eltern in anderen Ländern Schulgebühren zu bezahlen. Doch auch selbst wenn die Schule gebührenfrei ist, kann sie alleine nicht alle Kinder auffangen. Besonders die Lernunwilligen, die Ursachen hierfür liegen zumeist in der familiären Konstellation. Nun macht zwar das Jugendamt hin und wieder von seinem Recht Gebrauch, besonders gefährdete Kinder aus den Familien herauszunehmen, doch eine Garantie für ein erfolgreiches Leben ist dieser Schritt auch nicht.
So haben sich Scharen von hilfsbereiten Menschen zusammengeschlossen, um mit Nachhilfezirkeln, Sprachschulen, Sportvereinen etc. besonders Betroffene von der Straße in „geordnete“ Verhältnisse zu überführen.
Das Problem: Je nach Wirtschaftslage der Nation, gibt es dafür mehr oder weniger Unterstützung der Politik. Besonders heutzutage, wenn immer mehr Geld zum Erhalt des Euros ausgegeben werden muss, kommen Sozialprojekte oft zu kurz.
Im Angesicht dieser Misere, gibt es immer mehr Freiwillige, die Patenschaften für schulgefährdete Kinder, Großmütterdienste, Bolztraining und einiges mehr ehrenamtlich und somit kostenlos für den Bedürftigen anbieten.
Doch überschwängliches unstrukturiertes Engagement kann oft die besten Absichten in Luft auflösen. Sei es, dass die Helfer ihre Kräfte überschätzen und sich nach unvollendeter Arbeit wieder zurückziehen, oder dass unterwartete Kosten auf sie zukommen, die sie nicht tragen können und so das gut gemeinte Projekt wieder abbrechen müssen.
Projekte, die angesichts materieller Armut nicht wohlüberdacht organisiert werden, können die Betroffenen in noch größere Probleme stürzen. Zum Beispiel, dass Zusagen gemacht werden, die dann nicht eingehalten werden können, oder angedachte Projekte mangels einer guten PR-Arbeit nicht zustande kommen, oder angefangene Projekte aufgrund fehlender Nachhaltigkeit nicht zu Ende geführt werden können.
Umso wichtiger ist es daher, jedes einzelne Projekt gut zu durchdenken und zu planen. Dazu soll dieser Blog eine kleine Hilfestellung sein. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf einer möglichst kostenlosen Strategie die Idee, das Angebot bzw. das Projekt zu vermarkten. In den nächsten Beiträgen wird es mehr und mehr Hinweise geben, wie wir strukturiert und nachhaltig helfen können und unsere Projekte damit zum Erfolg führen. Zwischen den Texten, die künftig unter der Kategorie „IPromote“ laufen werden, wird es aber auch immer wieder Beobachtungen meinerseits geben, die die emotionale Seite des Helfens mit all ihren Ups and Downs aufzeigt und wie gehabt, kleine Wege des Mitgefühls öffnen.
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