Schlagwort-Archive: Strom

Ein Leben ohne Strom

Alle, die schon länger diesem Blog folgen, mögen es vielleicht nicht mehr hören. Doch in der heutigen Zeit der Technologie ist ein Leben fast ohne Strom schwierig. Wie schwierig wollte ich euch heute mal etwas näher erklären, damit ihr so in etwa eine Vorstellung habt, unter welchen Bedingungen ich versuche in Kontakt mit euch zu bleiben.

Bei derzeit maximal 6 von 24 Stunden Strom am Tag (morgens 3 und abends 3) nachts oft nicht, und da würde ich den Ventilator so sehr brauchen. In unserem Haus haben wir jetzt in der Regenzeit nachts 31 Grad Celsius mit 80% Luftfeuchtigkeit. Ich brauche euch sicher nicht zu erzählen in welchem Zustand man morgens aufwacht.

Wäsche waschen mit der Waschmaschine nimmt auch komische Formen an, wenn du plötzlich um 23 Uhr anfängst, weil dann gerade der Strom angegangen ist. Glücklicherweise haben wir ja unsere Batterie-Glühbirnen, so haben wir wenigstens Licht. Obwohl vor etwa einem Monat der Strom mal mit solcher Wucht zurückgekommen ist, dass einige Birnen explodiert sind und zwei Ventilatoren durchgeschmort. Später kam dann noch ein Elektriker, der alle Steckdosen ausgewechselt hat, weil sie alle Schaden genommen haben.

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Es werde Licht – wie wir den Stromversorger austricksen könnten

Es werde Licht – Wie wir den Stromversorger austricksen könnten

Stellt euch vor, ihr hättet am Tag nur 6 Stunden Strom, mal etwas mehr und mal auch weniger. Na ja, denkt ihr bestimmt, in Afrika ist es warm, dann gehe ich eben raus. Vielleicht habt ihr euch aber auch nie wirkliche Gedanken gemacht, wofür man überall Strom braucht. Dann ist nichts mehr mit Waschmaschine oder Mixer, Fernsehen und Internet auch nicht. Nun denkst du vielleicht, das ist ja Luxus, das geht auch ohne. Ja, abgesehen davon, dass du dann diesen Artikel nicht lesen könntest, ganz blöd ist es nur, wenn du abends ohne Licht da sitzt. „Es gibt doch Kerzen!“, höre ich jetzt den ein oder anderen sagen. Auch das ist richtig. Hast du schon einmal versucht, bei Kerzenlicht für

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Die Sache mit dem Strom

Für unser Projekt „Nähen statt Lampedusa“ haben wir die Anschubfinanzierung schon gesichert. Allerdings ist jetzt ein Problem aufgetreten, mit dem wir so nicht gerechnet haben. Es scheint ein etwas größeres Problem in ganz Gambia mit dem Strom zu geben. Es gibt keine Stromquellen, die hier angezapft werden können. Keine Windenrergie, Solaranlagen nur in Privatbesitz Erdöl sowieso nicht. Es gibt nur Plants (übergroße Generatoren), die natürlich mit Diesel gefüllt werden müssen.

Seit über einem Monat nun gibt es selbst um die Hauptstadt herum nur nachts 4 Stunden Strom. Für eine Nähwerkstatt mit 10 elektrischen Nähmaschinen ein NoGo. Um unser Projekt nicht zu gefährden, wollen wir und nun unabhängig von diesem Problem machen und eine kleine Solaranlage für unsere Nähwerkstatt kaufen. Bisher sind bereits 315€ Spendengeldern eingegangen.

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Wie die Abwesenheit von Strom glücklich machen kann

Dieser Artikel ist bitte nicht allgemeingültig zu verstehen. Strom ist eine feine Sache. Es fördert den Wohlstand, lässt die Produktion blühen und erlaubt es uns, unendlich spannende Erfindungen, die unser Leben erleichtern, unser Eigen zu nennen. Daher ist dieser Beitrag als eine Momentaufnahme aus meinem Leben zu verstehen, die ich von verschiedenen Seiten beleuchtet habe. Ich möchte zum Nachdenken anregen, Dinge auch mal aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Es soll nicht plakativ wirken, sondern Beobachtungen widerspiegeln, die den eigenen Tunnelblick weiten soll. Mir haben Reisen und das Einheiraten in eine Familie aus einem anderen Kontinent dabei geholfen, gelegentlich auch einmal über den Tellerrand hinauszuschauen.

Meine Reisen führten mich meist in Länder mit konstantem Stromangebot, in denen man sich überhaupt keine Sorgen machen muss, ob genug Strom für den täglichen Bedarf vorhanden, oft lauert sogar an jeder Ecke freies Wi-Fi. Meine Beobachtungen in Deutschland: viele sitzen mit einem Smartphone auf dem Sofa und führen virtuelle Unterhaltungen, statt mit den Anwesenden selbst. Die Vorstufe dazu erlebte ich schon, als zu meiner großen Überraschung in einigen Familien, in denen der Fernseher nicht mehr ausgeschaltet wird, selbst wenn Besuch kommt.
Dann war ich auch wieder in Ländern, meist im südlichen Europa, in denen selten und ganz unverhofft der Strom ausfällt und dann das Neuprogrammieren der digitalen Wecker, Fernseheruhrzeiten und Herduhrzeiten losgeht. Das ist zwar etwas lästig, stört aber nicht weiter. Festzuhalten wäre, dass je südlicher ich kam, desto unzuverlässiger wurde das Stromangebot, und das trotz mehr und mehr Sonne. So kann es passieren, dass es in Afrika schon mal öfter 14 Stunden am Tag keinen Strom gibt, trotz Nähe zur Hauptstadt.

Spannend ist es zu beobachten, wie die Gesellschaften sich auf dieses Phänomen eingerichtet haben. Wo bei „uns“ jeder auf das papierlose Büro „abfährt“, wird dort noch viel handschriftlich in Journale eingetragen. Gestohlene Datenträger, gelöschte Daten, mangelhaft durchgeführte Datensicherungen sind dort kein Thema.

Das heißt jetzt nicht, dass ich ein „Back to Nature“-Fan bin, doch meine Aufenthalte in Afrika haben mir die Augen geöffnet, dass viel Strom nicht gleichzusetzen ist mit viel Glück.
Ja, wenn die Wäsche nicht gewaschen werden kann, wann ich es möchte, oder wichtige emails nicht empfangen werden können (obwohl es ja heute schon 3G bzw 4G gibt), oder der Computer zwar mit Akku funktioniert, aber drucken kann man deswegen noch lange nicht, kann es einen auf die sprichwörtliche Palme bringen.

Und dennoch: Mein Mitgefühl gilt in diesem Fall nicht den armen Afrikanern, sondern eher den armen Europäern, die so um wundervolle Abende bei Kerzenlicht kommen, an denen Mama und Papa aus ihrer Jugend erzählen oder mit einer Taschenlampe vorlesen oder mal wieder Gesellschaftsspiele spielen. Wann habt ihr das letzte mal solche Abende mit eueren Kindern erlebt? Oder ist es nicht vielmehr heute so, dass die Generation Smartphone ihre Kumpels virtuell ständig mit nach Hause bringen?

Mein Tipp: Besorgt euch ein paar Batterie- oder Solarlampen, vielleicht auch Kerzen und schaltet mal für einen Tag den Strom und die Geräte mit Akkus aus, ihr werden überrascht sein, was passiert. Eine innere Einkehr und ein spannender Abend mit euren Lieben ist euch sicher.